There, there
Blick zurück

Es ist wirklich merkwürdig wenn man durch eine Kleinigkeit plötzlich an seine Jugendzeit erinnert wird.
Manchmal hält es nur einen kurzen Moment und verfliegt so schnell wie es gekommen ist.
Oft schiebt man es unbewusst wieder von sich weg, vielleicht lächelt man kurz wenn eine schöne Erinnerung den Weg nach oben findet, oder man schüttelt nur den Kopf wenn man die aufkommenden Bilder lieber nicht sehen möchte.
 
Ich weis nicht wie ich da rein geraten bin, aber dieses Mal habe ich mir die Zeit genommen und mich darauf eingelassen, vielleicht ganz bewusst, vielleicht auch nicht.
 
Am Anfang war es schön, alles was so lange verschollen war kam wieder ans Licht und hat mich lächeln lassen.
Zwei Tage lang hat mich der aufbauende Gedanke begleitet "War das damals toll, eine großartige Zeit".
Heute drehte sich das Blatt langsam, durch die schönen Erinnerungen sickerten immer mehr die Schattenseiten der Vergangenheit.
Häufiger und häufiger kamen Bilder und Erinnerungen hoch die ich verzweifelt versucht habe zu vergessen.
Dabei fiel mir zuerst gar nicht auf warum, warum das Gefühl erst so warm und glücklich war und sich jetzt immer mehr verdunkelte.
 
Weil ich bei meiner Reise tatsächlich am schönsten Punkt angefangen hatte, an meinem höchsten Punkt, zur besten Zeit.
Ich bin dem Weg der Zeit gefolgt der unweigerlich bergab gehen musste, immer weiter, vom höchsten Punkt bis runter in die Dunkelheit.
 
Dabei habe ich zum ersten Mal einen Blick auf die Zeit damals geworfen wie er mir bis heute nie möglich gewesen war.
Ich habe zum allerersten Mal einen Blick auf die Menschen damals erhascht den ich mir in meiner blanken Wut und Verzweiflung immer selbst verwehrt habe.
 
Es gab gute Zeiten. Wir hatten gute Zeiten.
Wundervolle Momente.
Es war nicht immer, nicht von Anfang an, alles schlecht.
 
Eigentlich sollte mich das trösten, aber das tut es nicht.
Nicht im geringsten.
Ich wünschte was so sehr weh tut wäre nur die jetzt noch größere Enttäuschung, der noch größere Verrat.
Das Menschen die einem so nah standen sich so sehr gegen einen wenden können, es ausnutzen dass man ihnen vertraut hat.
 
Aber das ist es nicht.
 
Denn alles was sie taten war.. Mensch zu sein.
Zu fühlen und zu reagieren, Fehler zu machen.
Und wenn ich jetzt auf diese Fehler blicke, dann sehe ich zum ersten Mal wie klein und unbedeutend sie waren.
Nichts worüber man so wütend, so lange, enttäuscht und verletzt sein dürfte.
 
Nichts was eigentlich hätte dazu führen können das ein Leben so sehr den Bach runter ging.
Wie meines.
 
Meine Augen haben sich geöffnet und ich sehe.
Ich sehe das alles was danach passiert ist, alles was schief ging, das mein Leben unaufhaltsam mit 180 Sachen gegen eine Wand fuhr..
Niemandes Schuld war.
Außer meiner eigenen.
 
Und das ist es was so schrecklich weh tut.
27.8.13 01:51


26.8.13 18:54


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